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Dienstag, 20. März 2012 - 08:36 Uhr
Was hat das Rebhuhn mit meinem Milcheinkauf zu tun?

So kann man kurz den Themenbogen umreißen, den am 29. Februar 2012 die 30 Landwirte, Naturschützer, Flächeneigentümer und interessierten Bürger aus dem Erzgebirgskreis im Naturschutzzentrum Erzgebirge in Dörfel diskutierten.
Landwirtschaft im 21. Jahrhundert und das Problem des weltweit besorgniserregenden Artenschwundes standen im Mittelpunkt des langen Abends an dem zwar heiß, aber fair diskutiert wurde. Prof. Breitschuh, ehemaliger Präsident der Thüringer Landesanstalt hielt einen Fachvortrag, der es mit vielen Zahlen und Fakten in sich hatte und zum Nachdenken angeregt hat. Können wir die wachsende Weltbevölkerung ernähren ohne zu intensivieren? Reichen deutschlandweit 5% der ackerbaulich genutzten Fläche als ökologische Vorrangfläche, um das Aussterben von Arten des Offenlandes aufzuhalten? Dass es wichtig und eilig ist, aktiv zu werden, darin waren sich die Teilnehmer einig. Fakt ist aber auch, dass mit immer weniger Landwirtschaftsfläche immer mehr Nahrungsmittel produziert werden müssen. Zunehmende Flächenumwandlungen für Infrastrukturmaßnahmen und für die Biomasseproduktion zu Energiegewinnungszwecken gehen zusätzlich oft zu Lasten der Landwirtschaftsflächen.
Stellvertretend für viele Arten ist die Bestandsentwicklung der Rebhuhn-Vorkommen in Sachsen. Im Zeitraum von Mitte der 90er Jahre bis 2009 verschwanden 90 % der Individuen. Die anwesenden Ornithologen mussten diese Entwicklung leider auch für den Erzgebirgskreis bestätigen.
Einige Landwirte aus dieser Runde zeigten sich aber auch interessiert, zukünftig mehr für die biologische Vielfalt zu tun, was allerdings oftmals nicht mit den derzeitig geltenden Förderbestimmungen konform geht.
Einen „vernünftigen“ Weg zu finden, wie Prof. Breitschuh den notwendigen Konsens zwischen ökonomischen, ökologischen und sozialen Anforderungen genannt hat, wird in der Praxis nicht einfach werden. Dies zeigte die anschließende Diskussion, bei der es um die Schwierigkeiten von Agrarförderungen und der damit verbundenen Bürokratie, um unsere ethischen Verpflichtungen gegenüber unseren Erdmitbewohnern und eben auch um unser eigenes Verbraucherverhalten ging.
Der Milch- und Getreidepreis muss eben neben den Erzeugerkosten auch Kosten für die Sicherstellung ökologischer Landschaftsfunktionen enthalten.
Interessant wäre in diesem Zusammenhang, inwieweit jeder einzelne Erzgebirgler von uns bereit wäre, ein Stück von seinem Wohnstand zu Gunsten des Artenerhalts zu „opfern“ ……

Für weitere Informationen und Rückfragen steht Ihnen Mitarbeiter des Naturschutzzentrums, Tel. 03733/ 5629-0, zur Verfügung.







Dienstag, 20. März 2012 - 08:34 Uhr
Fördermöglichkeiten von Gehölzpflege und -neuanlage Naturschutzberatung des Naturschutzzentrums Erzgebirge

Es ist nicht zu übersehen: die bunte Färbung unserer Laubbäume läutet den Herbst ein. Kürzer werdende Tage, niedrigere Temperaturen und große Temperaturgegensätze zwischen Tag und Nacht sind für die Farbenpracht verantwortlich. Die Blätter verlagern jetzt wichtige Wuchsstoffe in das Holz und die Knospen ihres Baumes, um im nächsten Frühjahr wieder neu auszutreiben zu können.
Wir sollten den farbenprächtigen Herbst mit seinen eindrucksvollen Farbinszenierungen genießen. Laubwälder, Hecken und andere Flurgehölze werden jetzt zu regelrechten Blickfängen in der Landschaft. Doch das Farbenspiel kann nicht darüber hinweg täuschen, dass jetzt bald die sog. vegetationslose Zeit hereinbricht. Das ist traditionell die Zeit im Jahr, in der wir Gehölzbestände naturschonend nutzen und pflegen bzw. erhalten können. Bei einer Nutzung geht es vordergründig um die Ernte des Holzes zu verschiedenen Zwecken, bei der Pflege hingegen um die Erhaltung verschiedener Lebensräume, Arten und ökologischen Funktionen. Gerade bei Hecken und den für das Erzgebirge typischen gehölzbestandenen Steinrücken können mit einer gezielten Baumentnahme ökologisch bedeutsame Gehölzarten gefördert oder durch abschnittsweises „Aufstocksetzen“ der Bestand verjüngt werden. Für solche Pflegeleistungen können Eigentümer ab sofort eine direkte Förderung beantragen. Mit dieser finanziellen Unterstützung will der Freistaat Sachsen einen Anreiz schaffen, Hecken, Steinrücken, Feld- und Ufergehölze ökologisch ausgerichtet pflegen zu lassen. Auch die Förderung der Neuanlagen von Hecken, Feld- und Ufergehölzen, Streuobstwiesen oder Obstbaumreihen und die Pflege von Kopfbäumen wurde neu geregelt. Die neuen Reglungen sind ab dem 1. Oktober 2011 gültig. Das Naturschutzzentrum Erzgebirge bietet allen Interessierten die Möglichkeit an, sich über verschiedene Fördermöglichkeiten informieren zu lassen.

Interessenten melden sich bitte im Naturschutzzentrum Erzgebirge unter Tel. 03733 56290 oder per E-Mail unter zentrale@naturschutzzentrum-erzgebirge.de.

Für weitere Informationen und Rückfragen
stehen Ihnen Mitarbeiter des Naturschutzzentrums, Tel. 03733 5629-0, zur Verfügung.
Naturschutzzentrum Erzgebirge gemeinnützige GmbH
Ortsteil Dörfel Am Sauwald 1
09487 Schlettau

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